Chirurgie in der Poli Reil erweitert ihr Profil
14. März 2012
Es muss einmal gesagt werden: unsere Füße leisten viel. Sehr viel sogar. Doch solange sie störungsfrei funktionieren, käme niemand auf die Idee, diese Tatsache besonders zu würdigen. Erst bei Problemen wird spürbar, wie wichtig die Füße für das allgemeine Wohlbefinden sind. „Sie bilden die Basis der Beinachse. Fehlstellungen haben dadurch Auswirkungen auf das gesamte Skelettsystem“, sagt Dr. Anja Pallas. – Sie muss es wissen, denn seit 2005 ist die Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie auf die operative Behandlung der Füße spezialisiert.
Pallas weiß: „Es gibt viele Patienten mit Fußproblemen.“ Sie alle finden nun in der Poli Reil eine neue Anlaufstelle. Denn seit Anfang Februar verstärkt die Medizinerin das Team der chirurgischen Praxis von Dr. Ulrich Spanaus. Ihr Start ist quasi eine Ergänzung zum bestehenden Behandlungsspektrum in der Poli Reil. Denn bisher werden sämtliche allgemeinchirurgische Fälle behandelt. Außerdem gilt Spanaus als Experte für Operationen an der Hand.
Ein häufiges medizinisches Problem an den Füßen ist der so genannte Hallux valgus, eine Verbiegung der großen Zehe, die ein Überbein zur Folge hat. Den betroffenen Patienten drückt irgendwann buchstäblich der Schuh. Außerdem besteht die Gefahr, dass weitere Zehen deformiert werden. „Oft kommen die Patienten mit solchen Befunden viel zu spät zum Arzt“, sagt Pallas, „und das, obwohl es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt. Auch deshalb hält sie ein funktionierendes Netzwerk für wichtig, bei dem niedergelassene Allgemeinmediziner ihre Patienten mit Fußproblemen möglichst frühzeitig zu einem Spezialisten überweisen.
Eigens für die Eingriffe von Anja Pallas ist in der Poli Reil spezielles Operationsgerät angeschafft worden. „Fußchirurgie ist Feinarbeit“, sagt die 37-Jährige, die vor dreieinhalb Jahren nach Halle kam und zuletzt als Oberärztin am Dölauer Krankenhaus tätig war. Vor allem Eingriffe am Hinterfuß seien sehr aufwändig, schließlich müsse bei einer OP in diesem Bereich das gesamte Fußskelett eröffnet werden. – Eine filigrane Arbeit, bei der man vor allem eines benötigt: eine ruhige Hand.
Auch ein ästhetischer Aspekt spiele natürlich eine Rolle. Denn gerade für jüngere Patienten sei es zusätzlich zu den Fußproblemen eine psychische Belastung, wenn sie mit orthopädischen Schuhen durchs Leben gehen müssen. „Oft muss das aber gar nicht sein“, sagt die Medizinerin, schließlich gebe es heutzutage viele Möglichkeiten, den Patienten das Tragen normaler Schuhe zu ermöglichen. So werden die Eingriffe von den Krankenkassen übernommen. Und nicht in jedem Fall müsse gleich operiert werden. Bei etlichen Problemen gebe es auch konventionelle Behandlungsmöglichkeiten. So könnten etwa Klumpfüße sehr gut ohne OP korrigiert werden. Ganz gleich, auf welchem Weg man den Fußproblemen zu Leibe rückt, Anja Pallas ist sich sicher: „Gesunde Füße bedeuten ein Stück Lebensqualität.“




