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Klinik für Anästhesiologie und
Intensivmedizin
im Diakoniekrankenhaus Halle
Leistungsspektrum
Die
Anästhesiologie ist medizinhistorisch gesehen eine
noch junge Fachdisziplin.
Seit der ersten erfolgreichen, öffentlichen Demonstration einer
Äthertropfnarkose
durch den Zahnarzt William Th. G. Morton
am 16. Oktober 1846 hat sich diese Fachdisziplin vor allem in der zweiten
Hälfte
des 20. Jahrhunderts rasant weiterentwickelt. Mit der Entwicklung neuer
Narkosetechniken wurden auch eine deutliche Verbesserung der
Behandlungsqualität und der Patientensicherheit erzielt.
im Bild: Narkoseutensilien, 19. Jahrhundert
Heute geht es vorrangig nicht mehr darum, ob ein Patient
narkosefähig ist oder nicht, sondern um eine Abwägung zwischen
kalkulierbarem Narkoserisiko, erstrebtem Operationserfolg und Zeitfaktor.
Wir sind inzwischen in der Lage, selbst Frühgeborenen und Patienten im
hohen Lebensalter eine adäquate Narkose zu geben. Voraussetzung hierzu ist
allerdings eine sachgerechte Vorbereitung der Patienten auf den Eingriff.
Auch haben sich die operativen und intensivmedizinischen Möglichkeiten in
den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert.
Narkosevorbereitung
Die Patienten haben den ersten Kontakt zum Anästhesiologen im Rahmen der
Narkosevorbereitung und -aufklärung. In der Regel erfolgt diese am Vortag
der Operation auf Station.
Für Patienten, welche im Rahmen der Integrierten Versorgung (INTEGRA) oder
ambulant operiert werden bzw. sich in vorstationärer Behandlung befinden,
haben wir eine Anästhesieambulanz mit Prämedikationssprechstunde
eingerichtet.
An Hand der vorliegenden Befunde wird durch erfahrene Fachärzte ein
Aufklärungsgespräch über das geplante Narkoseverfahren geführt. Sie haben
die Möglichkeit, alle offenen Fragen beantwortet zu bekommen.
Es kann
allerdings auch notwendig sein, dass weiterführende Untersuchungen (z.B.
Labor- und Röntgendiagnostik, Funktionsdiagnostik,
Ultraschalluntersuchungen) durchgeführt werden müssen. Prinzipiell ist es
möglich, dass als Narkoseverfahren Methoden der Vollnarkose oder Verfahren
der Lokal- bzw. Regionalanästhesie eingesetzt werden. Über die Vorteile
und möglichen Nachteile der einzelnen Verfahren sowie über die
Möglichkeiten einer postoperativen Schmerzbehandlung werden die Patienten
im Rahmen des Aufklärungsgesprächs beraten. Welche Methode eingesetzt
wird, hängt auch von der Art des Eingriffs und den Begleiterkrankungen der
Patienten ab.
Anästhesiologie
Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des
Diakoniekrankenhauses Halle betreut vorrangig Patienten aus den
Schwerpunktgebieten der Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
sowie der interventionellen Pneumologie und Patienten
der Integrierten
Versorgung (INTEGRA). Die Narkosezahl beträgt ca.
5.000 Anästhesien pro
Jahr. Das Diakoniekrankenhaus Halle verfügt derzeit über insgesamt 4
modern ausgestattete Anästhesiearbeitsplätze in zwei verschiedenen
OP-Bereichen. Weiterhin wird ein Anästhesiearbeitsplatz für invasiv-diagnostische Eingriffe vorgehalten.
In der Regel erfolgt die
Narkoseeinleitung in einem separaten Einleitungsraum.
Operationssaal
Entsprechend den Anforderungen der operativen Fachgebiete kommen
im Rahmen
der Anästhesiologie alle modernen Methoden der Allgemeinanästhesie (z.B.
Kombinationsnarkosen, totale intravenöse Anästhesie) sowie die Methoden
der Regionalanästhesie (z.B. Spinal-
und Periduralanästhesie) zum Einsatz.
Wir verfügen auch über die Möglichkeit der Anwendung fremdblutsparender
Verfahren (cell-saver). Eigenblutspenden, sofern indiziert, können vor
einer Operation ebenfalls organisiert werden.

im Bild: in einemOperationssaal im Diakoniekrankenhaus Halle
Aufwachraum (AWR)
Die Überwachung der Patienten unmittelbar nach einer Operation erfolgt
in
dem Aufwachraum (AWR). Unser Aufwachraum verfügt über 6 Behandlungsplätze.
Dort wird durch geschultes Fachpersonal eine engmaschige Überwachung
gewährleistet. Nach angemessener Zeit
werden dann die Patienten wieder auf
Normalstation verlegt. Nach
großen Operationen oder bei Patienten mit
schwerwiegenden Begleiterkrankungen kann es allerdings erforderlich sein,
dass unmittelbar nach Operationsende eine Verlegung auf unsere
Intensivstation erfolgt.

im Bild: der
Aufwachraum im Diakoniekrankenhaus Halle
Schmerztherapie
Chirurgische oder sonstige invasive Eingriffe führen nach Abklingen der
Anästhesie häufig zu Schmerzen. Hierbei gibt es jedoch erhebliche
Unterschiede zwischen den Patienten. Das Schmerzniveau ist auch von
der
Art des Eingriffs abhängig. Wir verfügen jedoch über verschiedene Methoden
und Techniken, um diese Schmerzen zu beherrschen.
Neben einer bedarfsadaptierten Medikamentengabe sind hier besonders die
Methoden der patientenkontrollierten Schmerztherapie (PCA/PCEA) und der
Einsatz von Schmerzkathetern (Periduralkatheter, PDK) zu nennen. Über eine
programmierbare Schmerzpumpe, die der Patient selbst steuert, wird auf
Knopfdruck ein Schmerzmittel verabreicht. Damit wird eine deutlich bessere
Schmerzlinderung erreicht.
Es gibt aber auch Patienten, die unter chronischen Schmerzzuständen
leiden. Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig. Zur Behandlung dieser
Schmerzzustände sind Anästhesiologen auch auf den verschiedenen Stationen
unseres Hauses tätig. Neben dem Stufenkonzept der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen so auch Schmerzportsysteme und
Schmerzpumpen zum Einsatz.
Leider gibt es Patienten, denen auch mit den modernen Methoden der Medizin
nicht mehr kurativ zu helfen ist. Aber auch hier haben wir die
Möglichkeit, noch symptomorientiert helfend tätig zu sein. Mit den
Methoden und Techniken der Palliativmedizin, welche sich derzeit an
unserem Haus im Aufbau befindet, gelingt es heutzutage, Beschwerden
lindernd zu behandeln. Moderne Behandlungskonzepte beinhalten eine
interdisziplinäre Zusammenarbeit, bei welcher wir uns mit einbringen. In
diesem Zusammenhang sei auch auf die Tätigkeit eines onkologischen
Arbeitskreises verwiesen.
Intensivmedizin (ITS)
Auf der interdisziplinären Intensivstation unserer Klinik werden vorrangig
Patienten nach großen Operationen, bei schwerwiegenden Begleiterkrankungen
und lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Vergiftungen behandelt. Pro Jahr
werden durch uns ca. 800 Patienten intensivmedizinisch behandelt. Unsere
ITS verfügt hierzu über 8 Behandlungsplätze, die alle als Beatmungsplätze
ausgelegt sind. Neben modernen Beatmungsgeräten mit differenzierten
Beatmungstechniken (inklusive nicht-invasive Beatmungsformen) verfügen wir
auch über die Möglichkeit der Akut-Dialyse in Form der Hämofiltration
sowie über alle gängigen Möglichkeiten und Verfahren der modernen
Intensivmedizin.
Die ärztlichen, pflegerischen und medizintechnischen
Standards entsprechen dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft.
Intensivstation
Intensivmedizin verstehen wir nicht als unpersönliche Apparatemedizin. Aus
diesem Grund sind speziell ausgebildete Pflegekräfte und Anästhesiologen
rund um die Uhr um das Wohl und die Genesung der Patienten bemüht. Mit
Einfühlungsvermögen und persönlicher Zuwendung versuchen wir stets, auf
die Probleme, Wünsche und Sorgen unserer Patienten und deren Angehörige
einzugehen. Oberstes Prinzip ist für uns die ganzheitliche Betreuung des
Patienten als Mensch (und nicht nur als „Behandlungsfall“) sowie die
Beachtung erlassener Patientenverfügungen und Betreuungsvollmachten.
Hierbei lassen wir uns auch von allgemeinen ethischen Grundsätzen und den
konfessionellen Wurzeln unseres Hauses leiten.
Angehörige haben in der Regel täglich die Möglichkeit, Patienten zu
besuchen. Hierbei besteht auch die Möglichkeit, mit den behandelnden
Ärzten zu sprechen und Auskunft zu erhalten.

Transfusionsmedizin
Die Transfusionsmedizin ist ein wichtiger Bestandteil unseres klinischen
Alltags. Für den indikationsgerechten Einsatz von Blut und Blutprodukten
gelten jedoch strenge gesetzliche Vorschriften und es sind detaillierte
Meldepflichten einzuhalten. Aus diesem Grund hat der
Transfusionsverantwortliche Arzt für alle Kliniken des
Diakoniekrankenhauses eine umfangreiche Weiterbildung absolviert und wird
von unserer Klinik gestellt. Er ist verantwortlich für die
Qualitätssicherung und –kontrolle, die Aufstellung und Überwachung der
Transfusionsordnung, für die Leitung der Transfusionskommission, für
blutgruppenserologische Untersuchungen und die Durchführung von
Kreuzproben sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften im Rahmen
der Transfusionsmedizin. Er berät alle Ärzte des Hauses bei
transfusionsmedizinischen Fragestellungen.
Notfallmedizin
Man unterscheidet zwischen dem klinischen wie auch dem präklinischen
Notfall. Da die Behandlung von Notfallpatienten eine der wesentlichen
Inhalte des Fachgebiets darstellt und Spezialkenntnisse erfordert,
verfügen die Ärzte und Ärztinnen unserer Klinik über eine entsprechende
Zusatzqualifikation (Zusatzweiterbildung „Notfallmedizin“ oder Fachkunde
„Arzt im Rettungsdienst“).
Notärzte/-innen unserer Klinik sind schon langjährig in das System der
präklinischen Notfallmedizin im Rettungsdienstbereich Halle/ehem.
Saalkreis integriert und versehen regelmäßig Dienste auf dem
Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Unter präklinischer Notfallmedizin versteht
man Intensivmedizin auch außerhalb des Krankenhauses. Für Patienten mit
lebensbedrohlichen Erkrankungen, Vergiftungen oder Verletzungen nach
Unfällen bedeutet dieser Zeitgewinn Lebensrettung und Lebenserhaltung.
Die Einweisung von Notfallpatienten in das Krankenhaus erfolgt in der
Regel durch niedergelassene Ärzte und durch den Rettungsdienst. Das
Diakoniekrankenhaus besitzt als Akutkrankenhaus eine Notaufnahme.
Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheitszuständen werden nach
entsprechender Erstversorgung auf der Intensivstation weiter behandelt.
Für Notfallsituationen innerhalb des Diakoniekrankenhauses ist ein
Reanimationsteam unserer Klinik rund um die Uhr über ein Notfalltelefon
alarmierbar. Alle Stationen des Hauses verfügen über eine
entsprechende
Notfallausrüstung. Das Notfalltraining des ärztlichen und pflegerischen
Personals aller Kliniken unseres Hauses wird von Mitarbeitern unserer
Klinik geleitet.
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